Treuereise 2008

Unter tosendem Beifall verlässt Lorin Maazel das Dirigentenpodium um die Bühne durch den Seiteneingang zu verlassen. Eine zweite Zugabe, wie vom Publikum erwünscht, wird es nicht geben. Gefolgt von den übrigen Orchestermitgliedern verlässt der Konzertmeister der New York Philharmoniker die Bühne, nicht ohne sich noch einmal vor dem Publikum zu verneigen. Maazel, inzwischen 78, ist auf Abschiedstour durch Europa und gastiert mit seinen Philharmonikern beim Lucerne Festival.

September 2008: Partnergeschichte von Walter Volkmann

Das war eine Sternstunde der Musik! Und im Rückblick auf die Hapimag Tandem Tours Woche „Klassik und Genuss“ der absolute Höhepunkt. Oder war es vielleicht doch der überwältigende Blick vom Jungfraujoch auf die Bergwelt des Berner Oberlandes, oder das Paul Klee Zentrum in Bern, oder …  

Unter der Führung der ausserordentlich freundlichen und kompetenten Silvia Stöckli hatte Hapimag zur Treuereise nach Interlaken eingeladen. Geschäftiges Treiben bei der Ankunft im BELVEDERE. Das Haus scheint ausgebucht zu sein. Welche Leute werden zu unserer Gruppe gehören? Am Abend des Sonntags dann das erste Gruppenmeeting mit abwartender Zurückhaltung der etwa dreissig Teilnehmer. Reiseprofi Silvia Stöckli gelingt auf Anhieb die Lockerung der anfänglichen Steifheit.

Für Montag

ist eine Schiffstour über den Brienzer See zu den Giessbach-Wasserfällen angesagt. Dort angekommen geniessen wir vorerst ein Dreigangmenü im eleganten Grand Hotel. Ein kleiner Teil der Gruppe nimmt das Schiff für den Rückweg, die anderen machen sich zu Fuss auf den etwa zwölf Kilometer langen unebenen, steinigen Uferweg zur nächsten Schiffsanlegestelle in Iseltwald.

Am Dienstag

ist ein Ausflug auf das 3454 Meter über dem Meeresspiegel liegende Jungfraujoch geplant. Der letzte Morgendunst löst sich auf und es erwartet uns ein strahlend blauer Himmel. Wir sind auf der kleinen Scheidegg angekommen. Jungfrau, Mönch und Eiger, mit der legendären, steil aufsteigenden Nordwand sind jetzt ganz nah. Noch höher hinauf geht es mit der Jungfraujochbahn quer durch den Berg aufs Jungfraujoch. Letzte Station ist der Felssattel – auch „Sphinx“ genannt - zwischen Jungfrau und Mönch. Und dann stehen wir, nach Süden blickend und geblendet von der Sonne aber mit glasklarer Sicht, auf dem Eismeer des Aletschgletschers. Bis auf den Gipfel sind es jetzt noch fünf Stunden durch Eis, Schnee und nackten Fels. Auf die Frage wie’s oben war, antwortet ein Bergsteiger: „Überwältigend schön - aber jetzt bin ich vollkommen fertig!“.

Der Mittwoch

ist Luzern, der schönen Stadt am Vierwaldstättersee, mit der Attraktion „New York Philharmoniker“ gewidmet. Silvia Stöckli weiss während der Busfahrt viel Interessantes über die Schweiz und sein kriegerisches Bergvolk zu erzählen. Im Anschluss an den Stadtrundgang in Luzern, mit Kapellbrücke, Altstadt und Löwendenkmal, wird uns vor dem Konzert im Casino ein exzellentes Souper serviert. Die Gruppenmitglieder scheinen sich sympathisch zu finden. Man spricht sich mit dem Namen an. Erste Freundschaften werden geschlossen. Das Kultur- und Kongresszentrum KKL in Luzern, in dem das Konzert gegeben wird, vereinigt zeitgenössische Architektur und hervorragende Akustik. Es gibt aber auch Stimmen, welche die sehr dunklen Farben der Innengestaltung – im Gegensatz zu dem fast weißen Musiksaal - als höhlenartig bedrückend empfinden. Wir haben sehr gute Plätze auf der Orgelempore und damit das Orchester mit seinem Dirigenten direkt vor uns. „Der wunderbare Mandarin“ von Bela Bartok, Maurice Ravels „Ma Mere l’Oye“, Tschaikowskys Vierte Symphonie und als Zugabe die Brahmsschen Ungarischen Tänze - allesamt mit tosendem Beifall bedacht. Für die große Pause ist Champagner angekündigt. In Erwartung irgend eines Schaumweines wird doch tatsächlich Champagner von Krug serviert. Ich bin einfach platt; noch mehr nach der Frage: „Darf ich Ihnen nachschenken?“.

Der Donnerstag

beginnt mit Regen. Auf der Fahrt zur Bundeshauptstadt Bern stört das nicht weiter. Erstes Ziel ist das Paul Klee Zentrum. Die dunklen Wolken haben sich verzogen, als wir nachmittags die Berner Altstadt besuchen. Viel zu wenig Zeit für den Bummel unter den Lauben mit den vielen kleinen Geschäften. Eine ganze Woche sollte man hier verweilen. Heute Abend gibt’s ein Abschieds-Galaessen. Dafür legt sich die Küchenbrigade mit einem Sechsgang Menü mächtig ins Zeug. Gute Stimmung, Rückblick, Austausch von Adressen - das war eine wunderbare Zeit!

Am Freitag

wollen wir mit der Zahnradbahn auf das Brienzer Rothorn. In Interlaken am Ostbahnhof wartet schon der liebevoll restaurierte Raddampfer „Lötschberg“, der uns nach Brienz bringt. Und dann geht es sehr steil mit der Bahn durch eine beeindruckende Landschaft aufs Rothorn. Nach Norden blickend erkennen wir Sörenberg mit dem Hapimag Resort; im Süden die imposanten Bergketten des Berner Oberlandes und östlich von uns die Lenzerheide. Der letzte Zug bringt uns wieder zu Tal.

Samstag

ist Abreisetag. Um 09:00 Uhr wird direkt vor unserem Hotel der Jungfrau-Marathon mit über 3.000 Läufern gestartet. Dann heisst es Abschied nehmen von der aufmerksamen, freundlichen Leitung, dem ebenso aufmerksamen, freundlichen Empfangs- und Service-Personal. Es war eine wunderbare, erlebnisreiche und schöne Woche.



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Die Hapimag Reiseveranstalterin Tandem Tours war auch für die Treuereise verantwortlich.
Tandem Tours (externer Link)


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