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Aktuelle Medienthemen

Wer oder was rettet die Welt?

19.03.2010 / Können kritische Verbraucher, strategischer Konsum oder nachhaltige Lebensstile die Welt retten? Was ist das Umweltbewusstsein des Einzelnen wert? Welcher politischen Rahmenbedingungen bedarf nachhaltiges Engagement?

Das diesjährige und zum zweiten Mal in Deutschland ausgetragene und von Hapimag initiierte Forum Lebensqualität und Nachhaltigkeit widmete sich den Konfliktfeldern zwischen dem Streben nach mehr Lebensqualität und dem Bemühen um eine nachhaltige Entwicklung. Sechs Referenten aus Deutschland und der Schweiz diskutierten am 11. März 2010 an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften unterschiedliche Sichtweisen der Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kirche zur Vereinbarkeit von Lebensqualität und Nachhaltigkeit. An der Veranstaltung nahmen rund 100 Vertreter der Wirtschaft, des Umwelt- und Naturschutzes, der Politik sowie der Wissenschaft und Medien teil.

Für immer mehr Menschen zählt weniger der Besitz, sondern der jederzeit mögliche Zugang. Dies beobachtet der deutsche Zukunftsforscher Eike Wenzel, der auf den Wertewandel in den Konsumwelten einging und die Trends zu neuen Sinnmärkten, in Richtung Nachhaltigkeit und wachsenden individuellen Werten aufzeigte.

Genau diese Entwicklung ist die Grundlage der nachhaltigen Unternehmensmodelle zweier aktueller Beispiele aus der Wirtschaft. „Nutzen statt besitzen“, so lautet die Maxime sowohl der Mobility CarSharing als auch der Hapimag AG. Kurt Scholl, CEO der Hapimag, äusserte seine Überzeugung, dass ein intelligenter Lebensstil, der Lebensqualität und Nachhaltigkeit in sich vereine, unternehmerisch umsetzbar sei und kein Zielkonflikt darstelle. Das Hapimag System sei eine ökonomisch aber auch ökologisch sinnvolle Alternative zur klassischen Zweit- bzw. Ferienwohnung. Die verdichtete Nutzung der Anlagen und hohe ganzjährige Auslastungen der 56 Adressen in Europa würden auch den Aspekten der Nachhaltigkeit an den jeweiligen Standorten gerecht, ganz im Gegensatz zu jenen Destinationen, wo ein hoher Leerbestand an Wohnungen über viele Monate im Jahr „kalte Betten“ und damit eine schlechte ökonomische und ökologische Bilanz hinterließen.

Ein ähnlich nachhaltiges Wirtschaftskonzept verfolgt das sehr erfolgreiche Unternehmen Mobility CarSharing das durch die geschickte Kombination der verschiedenen Mobilitätsangebote des öffentlichen und privaten Nah- und Fernverkehrs, das „öffentliche“ Auto zur Realität werden ließ. Sein Geschäftsmodell, so Giatgen Peder Fontana, Verwaltungsratspräsident von Mobility CarSharing, führe zu erheblichen CO2 Einsparungen und zu einer Veränderung des Mobilitätsverhaltens in der Schweiz.
Die Vertreterin der Evangelischen Kirchen Deutschlands (EKD), Oberkirchenrätin Ruth Gütter, forderte ihrerseits die Akzeptanz einer Ethik des «Genug» und einer Bereitschaft zum „Verzicht“, um die Schöpfung zu bewahren. Sie reflektierte die Standpunkte der Kirche in der Nachhaltigkeitsdiskussion, die in der jüngsten EKD Denkschrift „Umkehr zum Leben – Nachhaltige Entwicklung im Zeichen des Klimawandels“ dokumentiert sind.

Nach der streitbaren Auffassung von Oliver Geden (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin) entscheidet sich die Zukunft des Weltklimas ohnehin nicht an der Supermarktkasse, sondern in den Parlamenten und an den internationalen Verhandlungstischen. Wenn der Einzelne Einfluss nehmen wolle, sollte er sich nicht in erster Linie als Verbraucher verstehen, sondern sich vor allem als Bürger engagieren.
Das jährlich stattfindende Forum ist eine Initiative der europaweit tätigen Hapimag AG, Baar/Schweiz. Es soll eine öffentliche Diskussionsplattform zu aktuellen Nachhaltigkeitsthemen im Kontext mit Lebensqualität und der Gestaltung individueller Lebensstile bieten.

Weitere Informationen sind auf www.lebensqualitaet-und-nachhaltigkeit.com zu finden.



Doris Zetzema
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